Spielberichte
09.09.2017
18:00 Uhr
5
2
Stadion Gersag, Emmenbrücke
Zuschauer: 500
SR Roth.
Tore: 36. Schilling 1:0. 37. Chihadeh 2:0. 51. Chihadeh 3:0. 68. Giampa 3:1. 78. Dätwyler (Handspenalty) 3:2. 85. Seferagic (Foulpenalty) 4:2. 88. Seferagic 5:2.
Kriens: Osigwe; Urtic, Hasanaj, Fäh, Fanger; Siegrist, Schilling, Stojanov, Costa (64. Selmani); Chihadeh (82. Wiget), Sulejmani (73. Seferagic).
Cham: Merlo; Balaj, Giampa, Loosli (64. Thöni), Walker; Nimi, Jakovljevic, Gasser, Müller (46. Dätwyler); Trachsel, Herger (64. Muharemi).
Bemerkungen: Cham ohne Paglia und Niederhauser (beide verletzt).

Kriens setzt Cham schachmatt

Kriens stellt einmal mehr sein Offensivpotenzial unter Beweis und fertigt Cham im Derby mit 5:2 ab. Und doch gibt es für den Leader auch einen kritischen Moment zu überstehen.

von Stephan Santschi  -  stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Das Zentralschweizer Derby gegen den SC Kriens war den Chamer Supportern eine kleine Choreografie wert. Auf einem Schachbrett setzte das Pferd in den Farben der Zuger den grünweissen König schachmatt. Am Ende blieb der Machthaber im Exil in Emmenbrücke aber unbehelligt, die Krienser setzten sich klar mit 5:2 durch. Damit bessern sie ihre Statistik gegen Cham auf, fünf der letzten sechs Partien hatten sie zuvor gegen diesen Konkurrenten verloren. «Man hat ­gemerkt, dass wir beim Leader spielen, er tritt mit sehr viel Selbstvertrauen auf. Kriens macht in den entscheidenden Momenten das Richtige – im Gegensatz zu uns», resümierte nach Spielschluss der Chamer Trainer Jörg Portmann.

Zwingend war es zunächst aber nicht, was der SCK auf nassem Terrain bot. Zwar war er feldüberlegen, auf den letzten Metern mangelte es seinem Auftritt aber an Genauigkeit. Nach etwas mehr als einer halben Stunde änderte sich dies dann jedoch (doppel)schlagartig. Zunächst lenkte Schilling einen Freistoss ins gegnerische Gehäuse, ehe Chihadeh nur 70 Sekunden später seinen Rush, den er in der eigenen Platzhälfte startete, mit einem satten Schuss aus 20 Metern erfolgreich abschloss. «Jugendlicher Leichtsinn», machte Portmann bei seiner Truppe aus, «nach dem Rückstand wollte sie sofort die Welt verbessern.»

Kriens stellt nach 3:0 vorübergehend Betrieb ein
Nach dem Seitenwechsel drohten die Chamer einer Kanterniederlage entgegenzusteuern. Wieder war es Chihadeh, der Walliser in Krienser Diensten, der mit einem präzisen Schuss von der Strafraumgrenze das Skore erhöhte (51. Minute). Hätte er kurz darauf aus kurzer Distanz nicht den Hattrick und das 4:0 vergeben, wäre seinem Team das Zittern wohl erspart geblieben. «Plötzlich hörten wir auf, Fussball zu spielen», stellte SCK-Trainer Bruno Berner fest. «Und der Gegner fand aus dem Nichts zurück ins Spiel.»

Cham, das sich während einer Stunde vornehmlich auf das Kontern konzentriert hatte, gewann nun Überhand und kam dank zwei Standardsituationen auf 2:3 heran. Giampa traf per Kopf nach einem Freistoss (68.) und Dätwyler verwertete den Penalty, welchen Fäh mit einem Handspiel verursacht hatte (78.). Unglaublich, aber wahr: In der 79. Minute hatte Jakovljevic sogar den Ausgleich auf dem Fuss, SCK-Keeper Osigwe verhinderte diesen aber mit einem starken Reflex. Danach war die Bahn frei für den eingewechselten Seferagic, mit zwei Toren bewerkstelligte er das 5:2-Schlussresultat und unterstrich die starke Offensive der Krienser. Dazu zählte auch Nico Siegrist, der vier Tore vorbereitete und darüber hinaus mit leidenschaftlicher Defensivarbeit zu gefallen wusste. «Nicos Spielfreude ist sehr wichtig für uns», konstatierte Berner, der mit seinem Team nach sieben Runden souverän die Tabellenspitze der Promotion League ziert. In der nächsten Meisterschaftsrunde am Mittwoch, 20. September, empfängt Kriens den ersten Verfolger Stade Nyonnais zum Spitzenkampf.

«Nicht draufhauen, aber auch nichts schönreden»
In die andere Richtung geht es derweil für den SC Cham, aktuell hält ihn nur das Torverhältnis über dem Relegationsstrich. Trainer Portmann muss in den nächsten Wochen die richtige Balance zwischen Aufbauarbeit und klarer Ansprache finden: «Ich will nicht draufhauen, darf aber auch nichts schönreden.»